11. Jänner 2007

Hurra, eine Regierung

Letztendlich haben SPÖ und ÖVP es nun doch endlich geschafft eine Regierung zu bilden. Was mir als aufmerksamen Wähler natürlich jetzt einigermaßen auf den Magen schlägt, ist das sich die Roten auf einige Kompromisse einlassen mussten um die ach so bewährte große Koalition wiederauferstehen zu lassen.
Zum Beispiel werden die Studiengebühren jetzt doch so belassen wie sie waren – halt stimmt nicht: Jeder Student der sich neben Studium und eventuellem Nebenjob zur Finanzierung desselben noch in der Lage sieht 60 Stunden Sozialdienst zu leisten soll die Gebühren erlassen bekommen. Könnte es nicht vielmehr sein das diese Regierung plant sich die, durch den verkürzten Zivildienst, verlorenen Arbeitskräfte bei den Studenten zu holen? Netter Versuch aber nicht mit uns!

Ein weiteres Indiz gegen einen Kanzler Gusenbauer (den wird es geben - ohne Debatte) und für die Anzweiflung der Regierungsfähigkeit der SPÖ ist, wie schlecht die SPÖ bei der Ressortverteilung verhandelt hat. Über solch eine Verteilung auch nur zu diskutieren, würde den viel zitierten Herrn Bruno Kreisky wohl doch eher im Grabe rotieren lassen. Was ich damit meine?
Die drei "Sch(l)üsselresorts" Innenministerium, Finanzministerium sowie das Außenministerium fallen der ÖVP zu. Der Wahlgewinner gibt sich mit Ministerien zufrieden die bisher das BZÖ oder FPÖ geregelt haben, legt also das Geschick Österreichs wieder in schwarze Hände. Hauptsache Gusenbauer ist Kanzler, alles andere wird sich schon weisen.
Es geht ja hier nur um die Zukunft von Österreich also respektive der von uns Österreichern, was dann wieder JEDEN von uns betrifft der nicht vorhat in Kürze zur Fremdenlegion zu gehen oder irgendwie anderweitig aussteigermäßig das Land zu verlassen.

Auch ein Horchposten (in diesem Fall als Person, nicht Institution) hat einen leiblichen Vater, der seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der SPÖ ist. Nach einen Gespräch mit ihm gestern Abend sagte er mir bei Ihm sei momentan „Feuer am Dach„ da viele, viele Mitglieder mit Parteibuch genau dieses gerne zurückgeben würden. Es ist also nicht nur so das sich die werten Wähler aufregen sondern auch die Basis der SPÖ sich geradezu erschüttert über die „Verhandlungserfolge“ ihres Vorsitzenden zeigen.

Eines muss ich noch loswerden: Sogar die breite Fraktion der Nichtwähler lässt jetzt plötzlich von sich hören. Ihr habt doch darauf verzichtet die Geschicke dieses Landes mitzulenken, wie könnt ihr euch jetzt anmaßen zu jammern?

3 Kommentare:

derHorchposten hat gesagt…

Entgegen meiner Annahme hat sich unsere neue Regierung trotz ca. 2000 Demonstranten oberirdisch zur Angelobung begeben. Es ist vollbracht werte Leser - die Kacke ist jetzt offiziell am Dampfen!

Sir Marderray 8848 hat gesagt…

Dem Hochposten kann ich nur zustimmen und möchte ich noch einige Kleinigkeiten hinzufügen:

1. Studenten und Sozialdienst:
Dass Herr Gusi hier ganz klar ein Wahlversprechen gebrochen hat ist jedem klar. Dass er noch vor einer Woche gesagt hat, wie auch immer die Causa Studiengebühren behandelt wird, primär muss etwas gegen sogenannte Bummelstudenten getan werden, wobei dieser Herr selbst 9 Jahre, das sind 18 Semester!!!!!!!! studiert hat, Cap übrigens gleich 16 Jahre, 32 Semester!!!!!!!!!!! weiß nicht jeder. Also wir sorgen dafür, dass Studenten schneller mit dem Studium fertig werden und erreichen dass damit, dass diese 60 Stunden im Semester zusätzlich aufgebrummt werden? Zusätzlich zu den der geringfügigen Beschäftigung, die mittlerweile so ziemlich jeder Student braucht sind wir dann eigentlich fast bei einer Halbtagsbeschäftigung. So funktioniert also die Logik unseres neuen Kanzlers.

2. Nicht nur Studenten, auch soziale Einrichtungen springen im Dreieck. Gusenbauer will ja denn Verdacht, mit Studenten die fehlenden Zivildienststudenten kompensieren zu wollen, damit entkräfigen, dass er Studenten an anderen Stellen einsetzt. Nämlich in Hospitzen. Ich weiß ja nicht wie gut der Informationsstand beim werten Leser ist, wie es in einem Hospitz so aussieht. Aber ich denke man kann sich vorstellen, dass die Aufgabe z.b. einen 18jährigen Aids-Patienten auf auf seinem letzten Weg zu begleiten, und dies eben mal so jedes Semester 60 Stunden lang mit wechselnden Klienten, nicht nur Studenten psychisch ziemlich massiv überfordern würde. Ich glaube es gibt einen Grund, warum bisher keinen Zivildiener hier eingesetzt wurden: Das ist verdammt noch mal eine Tätigkeit zu der man ein wenig so was wie Berufung verspüren muss, ansonsten geht das ganze sowohl für den Ausführenden als auch für den zu Betreuenden ganz schön schief.

So, das wars, ich hätte jetzt noch viel zu sagen, über den fallenden Kündigungsschutz für Lehrlinge, welcher es Unternehmen erlaubt billige Arbeitskräfte auf Zeit zu rekrutieren oder eine Unterrichtsministerin, die als Bänkerin für dieses Amt nur deshalb qualifiziert ist, weil sie im Kulturberreich tätig war und es ist halt das Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultur etc. Aber da ich eben dazu neige, allzu sehr auszuschweifen, beherrsch ich mich und hör an dieser Stelle auf.

derHorchposten hat gesagt…

Hier bleibt mir nur Amen zu sagen!